Warum ich von hinten nach vorne besser denke.

Fang beim Ende an.

Es ist Sonntagmorgen. 

Ich hab meinen Kaffee in der Hand. 

Steh am Fenster.

Und sehe meine Zimmerpflanzen und frage mich: Wie geht es ihnen eigentlich, wenn ich nicht da bin? Ich bin im Winter viel auf Reisen und die Pflanzen sind nicht unbedingt Fans davon.

Das klingt nach dem kleinsten Problem der Welt.
Aber genau hier beginnt eine Kreativitätstechnik, die ich liebe: Rückwärtsdenken

Du startest nicht bei der Frage,
sondern bei der Antwort.

In diesem Fall stelle ich mir vor, ich hätte bereits ein geniales Gerät, das mir sagt, wie es meinen Pflanzen geht. Nicht nur, ob die Erde feucht ist. Sondern ob sie vielleicht glücklich sind oder einsam. In meiner Vorstellung heißt es AquaMood. 
Es existiert noch nicht. Aber von dort aus fange ich an zu denken.

Was müsste das können? Welche Technologie brauche ich? Und plötzlich tauchen durch das Rückwärtsgehen Fragen auf, die ich vorwärts nie gestellt hätte.

Das ist die Magie der Methode.

Wenn wir vorwärts denken, bleiben wir auf bekannten Wegen.
Das Gehirn sucht das Vertraute.

Wenn wir rückwärts denken, müssen wir Wege finden, die noch nicht existieren.
Das erzeugt Perspektiven und Ideen, die es sonst nicht gäbe.

So funktioniert's

Und das gilt nicht nur für Zimmerpflanzen.

Starte mit dem Ziel. Nicht vage, sondern so präzise wie möglich.
Was ist das konkrete Ergebnis? Stell dir vor, es ist bereits Wirklichkeit.
Und frag dich:

  • Wie bist du dahin gekommen?

  • Was war der letzte Schritt davor?

  • Und der davor?

Arbeite dich zurück bis zum heutigen Tag und notiere jeden Meilenstein. Entwickle für jeden mehrere Lösungsansätze, ohne Zensur, ohne Bewertung. Alles ist erlaubt.

Am Ende drehst du die Reihenfolge einfach wieder um, von heute bis zum Ziel. Du hast einen Fahrplan voller Möglichkeiten, die du vorwärts nie gesehen hättest.

Die meisten kreativen Blockaden entstehen nicht aus Ideenlosigkeit.
Sondern daraus, dass man am falschen Ende anfängt.

Es lohnt sich, die Dinge einfach umzudrehen.

Trau dem Ungewöhnlichen.

Deine Christine

P.S. Und falls du jemals wissen möchtest, ob deine Pflanze gut gelaunt ist – du weißt, an wen du dich wenden kannst. ;-)

PP.S. Wer Lust auf mehr Kreativtechniken hat: Kreative Intelligenz im Business

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Dein innerer Kritiker ist früh aufgestanden. Du auch.